Deutsche Kriegsgräberstätten des Ersten und Zweiten Weltkriegs in Norditalien
Auf den nachfolgend aufgeführten Kriegsgräberstätten sind zahlreiche deutsche Gefallene des Ersten und Zweiten Weltkriegs bestattet. Sie werden im Auftrag bzw. durch Vermittlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gepflegt. Die Kriegsgräberfriedhöfe sollen an die in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten und gleichzeitig an die Menschen erinnern, die durch die Kriegsereignisse oder als Verfolgte wegen ihrer Rasse, ihrer politischen Überzeugung oder ihres Glaubens verfolgt wurden und dabei starben. Die Kriegsgräberstätten verstehen sich als Beitrag zur Versöhnung über den Gräbern.
Insgesamt ruhten nach Ende des 2. Weltkrieges in mehr als 3000 Feldgräbern und provisorischen Anlagen ca 110.000 deutsche Gefallene. Das am 22.12.1955 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Italien abgeschlossene Kriegsgräberabkommen sah eine Zusammenbettung der Toten auf endgültige Soldatenfriedhöfe vor. Diese Aktivität des Volksbundes wurde im September 1964 beendet, als alle Gefallenen auf acht Stätten überführt waren.
Militärfriedhof St. Jakob/Bozen
Südlich von Bozen gelegen, ruhen neben 1967 österreichisch-ungarischen Toten des Ersten Weltkrieges auch 174 Gefallene des Zweiten Weltkrieges hier. Sie wurden nach Erweiterung des Gräberfeldes in den Jahren 1941-1943 durch den amtlichen deutschen Gräberdienst zugebettet. Das Gräberfeld wird überragt von einer Säule mit der Plastik "St. Georg im Kampf mit dem Drachen".
Pflege: Militär-Veteranen-Verein
Museumstr. 41
39100 Bozen
Tel: +39-0471-974572
Soldatenfriedhof Brixen
Etwa einen Kilometer nördlich der Stadt Brixen gelegen und 1915 von ehemaligen Truppen angelegt. Neben den in zwölf Gräberreihen ruhenden 1229 österreichisch-ungarischen Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg liegen 506 deutsche Kriegstote, davon 106 des Zweiten Weltkrieges. Ihre Namen sind in Kreuze aus Naturstein eingraviert. Ein symbolischer Steinsarkophag und eine Kapelle im Tiroler Stil, die von einem Angehörigen zum Gedenken an seinen in Galizien gefallenen Bruder gestiftet wurde, bilden den Mittelpunkt der Anlage.
Pflege: Verein zur Pflege des deutschen und österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhofs
Neustifterweg 8
39042 Brixen
Waldfriedhof Bruneck
Im Pustertatl, an der Straße und Bahnlinie, die von Franzensfeste an der Brennerstraße nach Innichen und Vortina d'Ampezzo führt, ruhen auf einem kleinen Waldfriedhof in Bruneck neben 677 österreichisch-ungarischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges auch 25 deutsche Tote aus dem Zweiten Weltkrieg.
Deutscher Soldatenfriedhof Costermano
Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Costermano ruhen 21.951 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges.
Verwaltung: Via Baesse, 36
37010 Costermano (VR)
Auf diesem Friedhof ruhen mehr als 20 000 Soldaten und andere Kriegstote. Ihre Gräber erinnern die Lebenden an das Leid des Krieges. Ihr Sterben mahnt uns, den Frieden zu bewahren.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat diese Anlage zwischen 1955 und 1967 errichtet und pflegt die Gräber. Er handelt im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland. Die Gräber sind nach geltendem Völkerrecht und dem darauf basierenden deutsch-italienischen Gräberabkommen auf Dauer zu erhalten.
Auf diesem Friedhof liegen auch, wie nach Fertigstellung der Anlage festgestellt worden ist, die Gebeine von Personen, die für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie der systematischen Vernichtung von Juden im besetzten Polen führend verantwortlich waren. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass hier auch solche Personen beigesetzt wurden, die in Italien an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie der Ermordung von unschuldigen Zivilisten beteiligt waren. Ihre Verbrechen sind uns eine ständige Mahnung.
(Quelle: Informationstext im Eingangsbereich des Soldatenfriedhofs Costermano)
Deutscher Soldatenfriedhof Meran
Im Jahre 1943 hat die deutsche Wehrmacht den Soldatenfriedhof in Meran angelegt, um eine Begräbnisstätte für die in den drei dortigen Kriegslazaretten verstorbenen deutschen Soldaten zu schaffen. Der Volksbund hat 1956 weitere deutsche Kriegstote zugebettet und den Friedhof in den folgenden Jahren ausgebaut.
Am 13. September 1959 wurde er eingeweiht. 1058 deutsche Kriegstote haben hier ihre letzte Ruhestätte. Die deutsche Kriegsgräberstätte ist von einer Mauer aus Porphyr umgeben. Den Eingang bildet ein zur Friedhofsseite arkadenförmig geöffnetes Eingangsgebäude. Den deutschen und österreichischen Soldatenfriedhof verbindet ein Hochkreuz, das auf der einen Seite das Relief einer Pieta zeigt. Über das Gräberfeld verteilt stehen Porphyrkreuze in Dreiergruppen. Liegende Namenssteine mit jeweils zwei Namen kennzeichnen die Gräber in der Rasenfläche.
Verwaltung: St. Katharinastr. 43
39012 Meran
Kriegsgräberstätte Pordoijoch/Dolomiten
Mitten in der gewaltigen Bergwelt der Dolomiten hat der Volksbund für die Toten der harten Gebirgskämpfe des Ersten Weltkrieges eine Kriegsgräberstätte unmittelbar am Pordoi-Pass errichtet. Hier, in einer Höhe von 2.239 m, sieht der Besucher nur wenige Km entfernt die Kuppe des Col di Lana, dahinter das ehemalige Frontgebiet der Ampezzaner Dolomiten und im Süden das Eis der Marmolada.
Der Bau der Kriegsgräberstätte Pordoi stammt in seinen Anfängen noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Krypta war bereits vom Volksbund fertiggestellt worden; in ihrem Inneren hatten schon 8582 österreichische und deutsche Tote des Ersten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte erhalten, als der Zweite Weltkrieg den weiteren Ausbau unterbrach. 1956 wurde mit der Fortführung der Arbeiten begonnen, wobei die Toten des Zweiten Weltkrieges in Erdgräbern bestattet wurden. Der Bau ist in drei deutlich erkennbare Stufen gegliedert. Eine weite Rundmauer von über 54 Meter Durchmesser umschließt einen 8,5 m breiten Erdring, in dem 847 Tote des Zweiten Weltkrieges ruhen. Die zweite Stufe wird von einer über fünf Meter hohen Rundmauer mit 30 m Durchmesser gebildet, aus deren Mitte als dritte Stufe sich ein 8,5 m hoher achteckiger Baukörper erhebt.
Die Einweihung fand am 19. September 1959 statt.
Soldatenfriedhöfe Quero
Die Ehrenstätte liegt sichtbar auf dem Col Maor über dem Piavetal. Aufgrund des Staatsvertrages vom 2. Juni 1936, der alle Fragen der Kriegsgräberfürsorge zwischen den beiden Staaten auf der Grundlage der Gegenseitigkeit regelte, hat der Volksbund in dreijähriger Bauzeit die Kriegsgräberstätte Quero errichtet. Sie wurde am 25. Mai 1936 eingeweiht.
Auf der Kriegsgräberstätte ruhen 3465 Gefallene des Ersten Weltkrieges der deutschen und österreichisch-ungarischen Armee. Die äußere Form des Mals von Quero ist aud den Gegebenheiten der Landschaft erwachsen. Ein Turm, zu dem schnale Stufen emporführen, enthält den Gedenkenraum für die Gefallenen. Ein doppelter Mauerkranz, der im flachen Bogen den Turm mit der Bastion von der einen Seite her verbindet, stellt einen Laufgraben dar. Von der anderen Seite verbindet Turm und Bastion eine gerade Mauer, die zusammen mit der Innenmauer des Laufgrabens und mit einer Stelle des Turmes das Cotoneaster bepflanzte Kameradengrab umschließt.
Betritt man den Gedenkraum, so umgibt den Besucher in glockenförmiger Raum, der sein indirektes Licht aus einem Lichtschacht, der die Glocke oder genauer das Kreuzgewölbe am Schnittpunkt einer Stützrippe durchstößt. Der verhältnismäßig helle Raum ist beherrscht von einem schwarzen Steinblock, einem mit Ornamenten verzierten Lesepult aus schwedischem Granit.
Via Giovanni XXIII, 15
32020 Quero